Seit rund 8 Monaten habe ich nun schon meine eigene kleine Wohnung!
Und ich muss sagen, ich geniesse es wie wahnsinnig. Keiner nervt mehr, keiner macht den Kühlschrank leer und geht dann nicht einkaufen. Also, alleine wohnen hat schon so seine Vorteile.
Aber eine Frage die mich nun schon länger beschäftigt: Was ist denn jetzt mein Zuhause?
Mein Vater hat gesagt, zuhause ist man, wo die Familie lebt. Okay, ich bin also in Erkrath, in Langenfeld, in Duisburg, in Wettingen und Zwieselberg (Schweiz) und in Ganderkesee zuhause. Denn meine Familie ist sehr groß und sehr weit verstreut. (Das kommt davon wenn Eltern sich scheiden lassen und anschließend wieder heiraten!)
Aber ich finde wichtig ist was man selbst als Zuhause empfindet. Das muss nicht immer der Geburtsort sein.
Ich habe also mehrere Zuhause:
Erkrath natürlich, hier lebe und arbeite ich seit 4 1/2 Jahren. Hier habe ich Freunde, meine geliebte Oma und was sehr wichtig ist, hier kenne ich mich aus!
Meine 2. Heimat habe ich in den letzten Jahren etwas sehr verdrängt. Das passiert, wenn man seinem Vater alles recht machen möchte! Jedenfalls ist meine erste-richtige-seit-ich-denken-kann-Heimat die Schweiz. Genauer gesagt ist das Steffisburg neben Thun im Berner Oberland im Kanton Bern in der Schweiz. Dort habe ich 14 Jahre meines Lebens verbracht. Das große Dorf, ca. 15.000 Einwohner, liegt sehr idyllisch in einem Tal mit Blick auf die Alpen. Damit ihr euch das mal vorstellen könnt, habe ich ein paar Bilder für euch.
Wenn man also in diesem Paradies aufgewachsen ist und dann in das triste Erkrath umzieht, ist das schon eine gewaltige Veränderung. Ich habe ganz 3 Jahre gebraucht bis ich nicht mehr beim Anblick von Bergen einen Heulkrampf bekommen habe. Also habe ich meine Heimat so schnell wie möglich versucht zu vergessen. Was doch sehr schade ist, denn wer kann schon 2 Länder als sein zu Hause betiteln?
Man kann verdrängen, aber nie vergessen. Und vor ein paar Wochen holte mich dann die Vergangenheit wieder ein, indem mich ein alter Freund anrief. Dank dem habe ich mich wieder erinnert, dass es doch sehr schön ist noch eine Heimat zu besitzten. Darum danke Kaj! Was ein einfacher Anruf bewirken kann!




